5 Fragen an Annette Kühne-Eberlein, Patientenkoordinatorin bei Koordinationsstelle Kurzdarmsyndrom gGmbH®

Annette Kühne-Eberlein hat in den 80ern den Beruf der Kinderkrankenschwester erlernt. Sie sagt, dass sie eigentlich nie richtig in ihrem erlernten Beruf gearbeitet hat. Nachdem sie eine kurze Zeit in der Kinderkrippe tätig war, hat sie in die Klinik gewechselt und dort lange Zeit in der Unfallchirurgie gearbeitet. Die nächste Station in der Klinik war der OP. Hier hat sie sich zur Fachkinderkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege weitergebildet. Im Rahmen ihrer absolvierten Tätigkeiten hat sie dort das komplette Fachgebiet der Neonatologie durchlaufen. Im Jahre 2007 verließ sie die Klinik endgültig.

Warum sind Sie in die Ambulante Pflege gegangen?

Der Bedarf an stationären und ambulanten Pflegekräften in Deutschland wird immer intensiver. Zusätzlich hatte ich noch mein Studium im Hinterkopf. Studieren war während meiner Zeit in der Klinik nicht realisierbar, so ist mir die Entscheidung nicht schwergefallen. Anfangs habe ich einen Pflegedienst in Mecklenburg-Vorpommern (MV) mit aufgebaut, dieser hat sich dort sehr schnell etabliert. Dort konnte ich dann im Rahmen einer Fachweiterbildung meinen Bachelor in Pflegemanagement ablegen. Anschließend bin ich ca. 6 Jahre im Außendienst aktiv gewesen.

Welche Rolle spielten Kinder und Familie in Ihrem Berufsleben?

Nach meiner Außendiensttätigkeit habe ich mir eine kleine berufliche Auszeit genommen. So konnte ich sehr viel Zeit mit meinen Enkelkindern und meiner Familie verbringen. Das war eine sehr schöne Zeit. Anschließend habe ich bei einem Ambulanten Kinderpflegedienst in Brandenburg angefangen, welcher auf die Intensivpflege spezialisiert war. Diesen Pflegedienst habe ich als Teamleiterin in MV mit aufgebaut und etabliert. Neben der punktuellen häuslichen Kinderkrankenpflege und 24h Häuslichen Intensivpflege haben wir Kinder in die Kita und Schule begleitet. Diese herausforderten Aufgaben haben mir sehr viel Spaß gemacht. Ein Kinderlachen zu sehen, ist ein tolles Gefühl. Ich habe dort bis 2021 gearbeitet.

Warum haben Sie diese Tätigkeit aufgegeben?

Aufgehört habe ich eigentlich nur, weil meine Chefin leider verstorben ist. Daraufhin wurde mir angeboten, die Pflegeleitung zu übernehmen. Das Angebot war sehr reizvoll für mich. Der Firmensitz in der Nähe von Berlin hätte für mich bedeutet, 2-3mal die Woche zu pendeln. Die nicht unerhebliche zusätzliche Pendelzeit im Auto hat mich letztendlich dazu bewegt, das Angebot nicht anzunehmen.

Wie sind Sie zu Ihrer/m jetzige/n Arbeitgeber:innen der Koordinationsstelle Kurzdarmsyndrom gGmbH gekommen?

Aufmerksam bin ich durch eine Annonce geworden. Gesucht wurde ein/e Außendienstmitarbeiter:in in Voll- oder Teilzeit. Das klang für mich wie ein „Lottogewinn“; ein Teilzeitarbeitsplatz in diesem Beruf ist nicht die Regel. Ich habe mich direkt beworben, und jetzt bin ich seit über einem Jahr dort tätig. Die Aufgaben dort sind sehr vielfältig, herausfordernd und spannend. Wir koordinieren und sorgen für die umfassende Organisation und Durchführung der medizinischen Therapie der Ernährungsmaßnahmen sowie spezieller pflegerischer Leistungen. Unser großer Vorteil ist, dass wir uns für die Betreuung unserer Patient:innen Zeit nehmen können. Jede/r Patient:in hat bei uns eine/n persönlichen Betreuer:in. Das dadurch entstehende Vertrauensverhältnis wissen unsere Patient:innen sehr zu schätzen.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Ich bin gerne mit meiner Familie zusammen. Da sind z. B. meine 5 Enkelkinder, mit denen ich sehr viel Zeit verbringe. Wir haben ein Boot an der Müritz zu liegen, mit welchen wir häufig am Wochenende rausfahren. Im Sommer nach Feierabend nehme ich auch gerne mal das SUP und fahre damit übers Wasser. Dann spiele ich noch ein bisschen Volleyball und gehe tanzen. Wenn es mal ein bisschen weniger aktiv sein soll, nähe ich sehr gerne für die Familie und mich selbst.

Informationen zur Koordinationsstelle Kurzdarmsyndrom gGmbH:

Die Koordinationsstelle Kurzdarmsyndrom unterstützt ihre Patient:innen im Sinne des Casemanagements. Das bedeutet, sie organisieren die Entlassung in die Häuslichkeit, schulen Pflegedienste, Patient:innen und deren Angehörige. Sie bauen Netzwerke mit den Haus- und Fachärzt:innen und allen an der Therapie Beteiligen auf. Dabei geben sie nicht selten emotionale Unterstützung.

Website Koordination-Kurzdarmsyndrom

 

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